Dezember 2009


Dave Rawlings Machine -  "A Friend Of A Friend"

rawlings

Wenn Fans und Kritiker in den letzten Jahren über Dave Rawlings fachsimpelten, taten sie dies eher im Kontext seiner Partner- und Lebensgefährtinn Gillian Welch die sich anhand zahlreicher Platten und hunderten von Konzerten in den vergangenen 15 Jahren in der "Americana"-Szene einen Namen gemacht hat.  Er war stets der sich doch eher zurückhaltende Mann an ihrer Seite der sie solide an der Gitarre unterstützte während sie sang.  Diesmal sind die Rollen anders verteilt und Dave Rawlings steht im Mittelpunkt.

Unter dem Titel 'Dave Rawlings Machine' ist `A Friend Of A Friend´ entstanden, die erste Platte für die er an vorderster Front steht.  Natürlich spielt auch Gillian Welch wieder eine wichtige Rolle, sie ist mit Ihm zusammen Co-Autorin einer handvoll Songs und begleitet Ihn beim Gesang und an der Gitarre aber diesmal gibt eindeutig er den Ton an.

Musikalisch ist das Ganze nicht allzuweit von dem entfernt was die beiden schon zuvor gemeinsam machten (Folk, Country & Western).   Nun aber erkennt man besonders durch die Cover-Versionen (Jesse Fuller, Neil Young, Conor Oberst) was Ihn im Lauf der Zeit interessiert und inspiriert hat.

Beim anhören von `A Friend Of A Friend´ begibt man sich teilweise auf eine Reise zurück in eine Ära die selbst die ältesten noch lebenden Erdbewohner wohl kaum mehr mit erlebt haben.  Gerade das aber macht diese Platte so spannend weil es eben aus dieser Vergangenheit von der uns Dave Rawlings erzählt noch soo viel zu entdecken gibt...

 

Devendra Banhart – What will we be (WARNER)

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Zweieinhalb Jahre hat es kein Album gegeben. “What will we be” hat nur 14 Songs und ist lediglich 50 Minuten lang. Da waren wir ganz anderes gewöhnt. Leidet Devendra Banhart etwa unter Schreibblockade?
Natürlich war auf den in kurzen Intervallen erscheinenden, sehr langen Alben auch so manch verzichtbarer Track – aber auch so mancher Geniestreich. Auf seine sehr eigene (schrullige) Weise ist der Freak immer unterhaltsam gewesen.

Devendra Banhart wurde vor 28 Jahren als Sohn eines texanischen Vaters und einer venezolanischen Mutter in Houston, Texas, geboren. Im Alter von drei Jahren siedelte er mit seiner Mutter nach Caracas über, ehe sich die Familie zehn Jahre später für Kalifornien entschied. Er schrieb sich an der San Francisco Art Academy für das Kunststudium ein und begann, protegiert vom dortigen Kunstprofessor Bill Berskon, mit allen möglichen Stilrichtungen zu experimentieren. Heute, da er sich nahe Los Angeles niedergelassen hat, sind die Malerei und die Musik seine bevorzugten künstlerischen Ausdrucksmittel. Zur Beschreibung seiner kauzigen Songs haben sich Kategorien wie “Weird Folk” oder “Freak Folk” durchgesetzt. Doch Devendra Banhart zeigt sich für alle potenziellen Einflüsse offen: “Warum sollte ich mich auf einen bestimmten Typ von Musik festlegen? Man geht ja auch nicht in einer einzigen Stimmung durch den Tag. Es ist ein Prisma an Emotionen, das ich mit Klängen beschreibe. Außerdem mag ich Bluebeat, Ska, Samba, Funk, R&B, Folk, Minimal Piano Music, Komponisten des 21. Jahrhunderts und auch elektronische Musik.”

Dass Devendra Banhart seinen Output nun etwas reduziert hat, heißt aber auch, dass die Trefferquote seiner Songs gestiegen ist. Das Unfertige, Skizzenhafte scheint aus den Cuts gewichen zu sein. Sie werden öfter tatsächlich zu Ende gespielt. Bei zwei Tracks (“Angelika” und “Chin Chin & Muck Muck”) hilft auch das Display des CD-Players nicht weiter... Die musikalische Vielfalt, die schon seine fünf Vorgänger-Alben zu einem wilden Trip hatte werden lassen, besticht auch auf “What will we be”. Ein schrilles Konzept, ein verrücktes Huhn, ein buntes Album!

 

Blakroc- Blakroc (Cooperative/Universal)

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Versuche, Hip Hop mit anderen Musikstilen zu kombinieren, hat es immer gegeben. Erinnert sei nur an eine ganze Generation von sogenannten Crossover-Bands, die zum großen Teil längst wieder vergessen sind. Die Versuche, Blues und Hip Hop zu versöhnen, waren bisher eher zaghaft. Recht überzeugend war dies zuletzt etwa dem Projekt Brixton Boogie aus New Orleans gelungen.

Aber vielleicht betreten Blakroc mit ihrem gleichnamigen Album tatsächlich Neuland. Blakroc - dies sind zunächst das Duo The Black Keys aus Ohio, dessen roher, ungehobelter Blues auch an dieser Stelle bereits ausführlich gewürdigt wurde. Blakroc - dies sind aber auch und vor allem die besten Rapper, die die amerikanische Szene zur Zeit zu bieten hat: Mos Def, Ol' Dirty Bastard und Ludacris. Und das gemeinsame Projekt Blakroc klingt besser, als es viele Blues- und Hip-Hop-Puristen befürchten dürften.

So ganz sensationell ist diese Vermählung von Blues und Hip Hop dann vielleicht doch nicht. Denn die Black Keys hatten ihr letztjähriges fünftes Album "Attack & Release" von Danger Mouse produzieren lassen, der bisher bei Aufnahmen etwa von Gnarls Barkley und den Gorillaz am Mischpult gesessen hatte. Nun also: Blakroc - eine weitere, radikalere und genreübergreifende Kollaboration, die der seit Jahren siechenden Hip-Hop-Szene eine Frischzellenkur verabreichen könnte.   

Jessica (Neumayer)
Moderator und freier Mitarbeiter

 


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